# Beckenboden trainieren vor und nach der Geburt: Schweiz

> Ein trainierter Beckenboden beugt ungewolltem Harnverlust vor, trägt dein Baby mit und hilft bei der Rückbildung. So findest du die richtigen Muskeln, so sieht eine kurze Routine aus, und das solltest du in der Schweiz zu Kursen und Krankenkasse wissen.

*Author: Trainera Team  |  Published: 2026-10-12  |  Reading time: 7 min*

## Die kurze Antwort

Beckenbodentraining, also gezieltes Anspannen und Loslassen im Takt der Atmung, hilft in der [Schwangerschaft](https://trainera.fit/blogs/sichere-bauch-uebungen-schwangerschaft) und [nach der Geburt](https://trainera.fit/blogs/sport-nach-der-geburt-wann), ungewollten Harnverlust zu verhindern oder zu verringern. Es stützt dein wachsendes Baby und unterstützt die [Rückbildung](https://trainera.fit/blogs/abnehmen-nach-geburt-beim-stillen). Ein paar Minuten pro Tag reichen, wenn du die Übungen richtig machst.

Für Leserinnen in der Schweiz kommt eine praktische Frage dazu: Wer bezahlt Kurse? Die Grundversicherung zahlt laut [Sanitas](https://www.sanitas.com/en/private-customers/insurance/what-costs-does-sanitas-cover/fitness-massage.html) nichts an Fitnessabos. Zusatzversicherungen beteiligen sich unter Umständen an Angeboten mit Qualitätslabel, dazu mehr weiter unten.

## Was der Beckenboden macht und warum die Schwangerschaft ihn fordert

Der Beckenboden ist eine Muskelschicht, die wie eine Hängematte vom Schambein bis zum Steissbein gespannt ist. Er trägt Blase, Darm und Gebärmutter, steuert, wann du Wasser lässt oder auf die Toilette gehst, und hilft bei der Stabilität des Rumpfs und der sexuellen Funktion.

In der Schwangerschaft trägt diese Hängematte Woche für Woche mehr Gewicht, und Hormone lockern das Bindegewebe für die Geburt. Dazu kommt der Druck einer vaginalen Geburt oder die Bauchoperation bei einem Kaiserschnitt. Dass der Beckenboden danach schwach, gedehnt oder schlecht koordiniert ist, ist normal. Die gute Nachricht: Er lässt sich gut trainieren.

## So findest du die richtigen Muskeln

Der häufigste Fehler: falsche Muskeln anspannen oder nach unten drücken statt anheben. So gehst du vor:

* **Sanft anheben.** Stell dir vor, du hältst gleichzeitig Urin und Winde zurück, und ziehst diese Muskeln nach innen und oben.
* **Den Rest locker lassen.** Gesäss, Oberschenkel und Kiefer bleiben weich. Ziehen sich die Schultern hoch oder der Bauch stark ein, arbeiten die falschen Muskeln.
* **Weiteratmen.** Du solltest beim Anspannen sprechen können.
* **Bewusst loslassen.** Jede Kontraktion endet in einer ganz entspannten Ausgangslage.

Das Unterbrechen des Urinstrahls dient nur einmal zum Finden der Muskeln. Als tägliche Übung ist es ungeeignet, weil es die Blase verwirren kann.

## Eine kurze Routine im Takt der Atmung

An den meisten Tagen, im Sitzen oder Liegen:

* **Lange Kontraktionen:** 5 bis 10 Sekunden anheben und halten, normal weiteratmen, dann gleich lange ganz loslassen. 8 bis 10 Wiederholungen.
* **Schnelle Impulse:** 10 kurze, kräftige Anhebe- und Loslassbewegungen, etwa eine pro Sekunde. Sie trainieren die schnelle Reaktion beim Husten, Niesen oder Lachen.
* **Atem koppeln:** beim Anheben sanft ausatmen, beim Loslassen einatmen. So arbeitet der Beckenboden mit deiner tiefen Rumpfmuskulatur zusammen.

Zwei kurze Runden pro Tag sind besser als eine lange. Häng sie an eine feste Gewohnheit, etwa ans Zähneputzen oder an das Znüni.

## Loslassen ist so wichtig wie Anspannen

Stark heisst nicht fest. Manche Frauen, vor allem unter Stress, entwickeln einen überaktiven Beckenboden, der kaum entspannt. Das kann Schmerzen, Harndrang oder Schwierigkeiten bei der Geburt verursachen. Jede Routine braucht deshalb auch Dehnung und Entspannung.

Übe eine weiche Bauchatmung: Beim Einatmen weiten sich untere Rippen und Bauch, der Beckenboden senkt sich sanft. Beim Ausatmen federt er zurück. Geht es bei dir eher um Verspannung als um Schwäche, können zusätzliche Kegel-Übungen schaden. Dann ist eine Beckenboden-Physiotherapeutin die richtige Ansprechperson.

## Worauf du in der Schwangerschaft achtest

In der Schwangerschaft geht es um sanftes, regelmässiges Üben, nicht um maximale Anstrengung. Ziel ist, das Körpergefühl zu halten, die zusätzliche Last zu tragen und dich auf Geburt und Rückbildung vorzubereiten. Übe dazu bewusst das Loslassen, damit sich die Muskeln bei der Geburt dehnen können. Mehr zu sicherem Training liest du im Leitfaden [Sport und Übungen in der Schwangerschaft](https://trainera.fit/blogs/sport-in-der-schwangerschaft-uebungen).

Wenn ein Coach auf [Trainera](https://trainera.fit/de) deinen Plan erstellt, gibst du die Schwangerschaft im Profil oder in der Anfrage an, damit der Coach den Plan darauf abstimmt. Auch die KI-Pläne von Trainera berücksichtigen eine Schwangerschaft und wählen schonende Übungen. Beides ersetzt keine ärztliche Betreuung. Angaben zur Schwangerschaft sind Gesundheitsdaten und gelten nach dem Schweizer Datenschutzgesetz als besonders schützenswert ([revDSG, Art. 5](https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2022/491/de)). Teile, was für einen sicheren Plan nötig ist.

## Nach der Geburt: sanft neu starten

Beginn mit kleinen, sanften Kontraktionen, sobald es sich gut anfühlt, nach einer vaginalen Geburt oft schon in den ersten Tagen. Es geht ums Aufwecken der Muskeln, nicht um Leistung. Nach einem Kaiserschnitt hat der Beckenboden die Schwangerschaft trotzdem getragen und braucht Aufmerksamkeit, aber gib der Narbe Zeit und starte noch sanfter. Steigere dich über Wochen und richte dich nach deinem Befinden, nicht nach einem fixen Kalender.

## Kurse und Krankenkasse in der Schweiz

Ob Rückbildungskurs, Pilates oder Yoga: Ein Kurs gibt dir Rückmeldung zur Technik. Für die Kosten gilt in der Schweiz Folgendes. Die Grundversicherung zahlt nichts an Fitnessabos. Zusatzversicherungen leisten Beiträge vor allem an Angebote mit Label. [Qualitop](https://www.qualitop.ch/), ein Gütesiegel mit swiss active als Träger, zertifiziert Center und Methodenanbieter, etwa für Pilates, Yoga oder Nordic Walking. Laut Qualitop leisten SWICA, Sanitas, Concordia, CSS und Atupri Beiträge.

Beispiel: Eine Mutter aus Winterthur will nach der Rückbildung einen Pilateskurs besuchen. Bevor sie bucht, fragt sie nach, ob die Kursleiterin ein Qualitop-Label hat, und klärt mit ihrer Zusatzversicherung, wie viel zurückkommt. Die Beträge unterscheiden sich je nach Kasse und Produkt.

## Beckenboden, tiefer Rumpf und Haltung

Der Beckenboden arbeitet zusammen mit der tiefen Bauchmuskulatur, dem Zwerchfell und dem Rücken. Baust du sie gemeinsam auf, verbessert sich die Blasenkontrolle, die Körpermitte wird stabiler, und [Rückenschmerzen](https://trainera.fit/blogs/schreibtisch-haltung-verbessern) nehmen oft ab. Dasselbe Zusammenspiel ist zentral, wenn sich die Bauchmuskeln getrennt haben. Bemerkst du eine Lücke oder Wölbung in der Mittellinie, lies, [wie du eine Rektusdiastase nach der Schwangerschaft schliesst](https://trainera.fit/blogs/rektusdiastase-nach-schwangerschaft). Eine aufrechte Haltung mit den Rippen über dem Becken macht jede Kontraktion wirksamer.

## Gewohnheiten im Alltag, die schützen

Was du den ganzen Tag tust, zählt so viel wie die Übungen. Atme aus und heb den Beckenboden leicht an, bevor du Baby, Babyschale oder Einkaufstasche hochhebst. Press nicht auf der Toilette, nimm dir Zeit, und erhöhe bei Verstopfung Ballaststoffe und Wasser. Spürst du ein Husten oder Niesen kommen, heb den Beckenboden kurz vorher an. Diese kleinen [Gewohnheiten](https://trainera.fit/blogs/30-tage-fettabbau-challenge) schützen dich neben der Routine.

## Wann du eine Fachperson brauchst

* Harnverlust, der nach den ersten Wochen bleibt oder schlimmer wird
* Schweregefühl, Ziehen oder eine Wölbung in der Scheide, was auf eine Senkung hinweisen kann
* Schmerzen beim Training, beim Sex oder im Alltag
* Du spürst den Beckenboden gar nicht oder kannst ihn nicht entspannen

Das heisst nicht, dass etwas dauerhaft kaputt ist. Es heisst, dass du gezielte Hilfe verdienst, und dafür sind Beckenboden-Physiotherapeutinnen da. Hol dir bei Vorsorge und Nachkontrolle grünes Licht, bevor du steigerst. Dieser Beitrag ist allgemeine Orientierung und ersetzt keine Betreuung.

## Deine tägliche Gewohnheit mit grosser Wirkung

Muskeln finden, Anheben an den Atem koppeln, Loslassen nicht vergessen, langsam steigern: Mehr braucht es für den Anfang nicht. Wer Struktur will, lässt sich von einem Coach einen Plan mit Beckenboden- und Rumpfarbeit erstellen, der Schwangerschaft und Rückbildung berücksichtigt. Dein Körper hat Grosses geleistet. Gib ihm jeden Tag ein paar ruhige Minuten.

## FAQ

### Wann kann ich nach der Geburt mit Beckenbodentraining beginnen?

Nach einer vaginalen Geburt oft schon in den ersten Tagen mit sanften Kontraktionen, sobald es sich gut anfühlt, weil leichte Aktivierung Durchblutung und Heilung fördert. Nach einem Kaiserschnitt wartest du, bis die Narbe ruhig ist. Hol dir in der Nachkontrolle grünes Licht und geh zu einer Beckenboden-Physiotherapeutin, wenn du Schmerzen, ein Schweregefühl oder anhaltenden Harnverlust hast.

### Woran merke ich, dass ich die Übungen richtig mache?

Stell dir vor, du stoppst sanft den Urinstrahl und ziehst die Muskeln nach innen und oben, dann lässt du ganz los. Du solltest Anheben und Loslassen spüren, ohne die Luft anzuhalten, das Gesäss zu pressen oder nach unten zu drücken. Spürst du nichts oder nur Druck nach unten, lass die Technik von einer Fachperson prüfen.

### Zahlt die Krankenkasse in der Schweiz an einen Kurs für Pilates oder Yoga?

Die Grundversicherung zahlt nichts an Fitnessabos. Zusatzversicherungen können sich an Angeboten mit Label beteiligen: Qualitop zertifiziert neben Centern auch Methodenanbieter wie Pilates oder Yoga, und laut Qualitop leisten SWICA, Sanitas, Concordia, CSS und Atupri Beiträge. Was für dich gilt, sagt deine Kasse.

### Hilft Beckenbodentraining gegen Harnverlust in der Schwangerschaft?

Ja. Regelmässiges, korrekt ausgeführtes Beckenbodentraining gehört zu den am besten untersuchten Massnahmen, um Harnverlust in der Schwangerschaft und danach vorzubeugen und zu verringern. Regelmässigkeit zählt mehr als Intensität.

### Kann man den Beckenboden überlasten?

Ja. Manche haben einen überaktiven Beckenboden, der schon zu fest ist. Dauerndes Anspannen kann dann Schmerzen, Harndrang oder Probleme beim Entspannen verstärken. Zu jedem Training gehört deshalb vollständiges Loslassen. Fühlt sich Anspannen falsch an, hilft eine Beckenboden-Physiotherapeutin.

---
Source: https://trainera.fit/blogs/beckenboden-training-vor-nach-geburt-ch
