Belgisches Abo-Gesetz 2027: Erinnerungspflicht, CH-Vergleich
Das belgische Gesetz vom 20. April 2026 verpflichtet Fitnessstudios ab 1. Mai 2027 zu einer Erinnerung mindestens 15 Tage vor der Widerspruchsfrist. Was das verlangt, welche FOD-Regeln schon gelten, warum die Schweiz 2020 darauf verzichtete und eine Checkliste.

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Was ändert das neue belgische Abo-Gesetz 2027 für Fitnessstudios?
Ab dem 1. Mai 2027 muss ein belgisches Fitnessstudio, das ein befristetes Abo mit stillschweigender Verlängerung verkauft, jedem Mitglied mindestens 15 Tage vor Ablauf der Frist für den Widerspruch gegen die Verlängerung eine Erinnerung schicken. Grundlage ist das Gesetz vom 20. April 2026 über verschiedene wirtschaftliche Bestimmungen, das Artikel VI.91 des belgischen Wirtschaftsgesetzbuchs ändert. Fehlt die Erinnerung, lässt sich die Verlängerung laut belgischen Kanzleien nicht gegen das Mitglied durchsetzen.
Für Leserinnen und Leser in der Schweiz ist das bemerkenswert: Genau diese Informationspflicht vor einer Verlängerung wollte hier die parlamentarische Initiative 13.426, mit Fitnessabos als Beispiel. Der Nationalrat trat im September 2020 nicht mehr darauf ein, die Vorlage ist erledigt (SRF, 2020). Wichtig wird das belgische Gesetz für dich, wenn du dort ein Studio führst, eine Kette nach Belgien expandiert oder du Mitglieder mit Wohnsitz in Belgien hast. Das ist keine Rechtsberatung, Stand Oktober 2026: Prüf deine Verträge mit einer belgischen Anwältin oder bei der FOD Economie.
Was das Gesetz vom 20. April 2026 genau verlangt
Artikel 5 des im Belgisch Staatsblad publizierten Gesetzes fügt in Artikel VI.91 einen neuen Absatz 1/1 ein. Die Folgen einer fehlenden Erinnerung beschreibt die belgische Kanzlei Flamée.
| Element | Vorgabe |
|---|---|
| Betroffene Verträge | Dienstleistungsverträge mit Konsumenten, feste Laufzeit über 1 Monat, Klausel zur stillschweigenden Verlängerung |
| Zeitpunkt | mindestens 15 Tage vor der Frist, bis zu der das Mitglied widersprechen kann |
| Medium | dauerhafter Datenträger, etwa E-Mail oder Brief, nicht bloss ein Hinweis in der App |
| Inhalt | bevorstehende Verlängerung und Widerspruchsrecht klar genannt; laut Flamée auch die Kündigungsmodalitäten |
| Wenn sie fehlt | laut Flamée nicht gegen den Konsumenten durchsetzbar |
| Beginn | 1. Mai 2027: erster Tag des zwölften Monats nach der Publikation am 7. Mai 2026 |
Zwei Details entscheiden in der Praxis. Erstens werden die 15 Tage von der Widerspruchsfrist zurückgerechnet, nicht vom Verlängerungstermin. Muss ein Mitglied einen Monat vor Ende eines Jahresvertrags widersprechen, geht die Erinnerung spätestens 15 Tage vor diesem Stichtag raus, also rund sechs Wochen vor Vertragsende. Zweitens trifft die Sanktion den Umsatz: Wer keine Erinnerung bekam, ist laut Flamée nicht an die Verlängerung gebunden und kann kostenlos aussteigen. Für ein Studio mit vielen Jahresverträgen ist das ein echtes Risiko.
Belgische Konsumentinnen und Konsumenten suchen bereits danach: "fitness abonnement opzeggen nieuwe wet belgie" erscheint in der Google-Autovervollständigung.
Belgien und Schweiz im Vergleich
| Punkt | Belgien | Schweiz |
|---|---|---|
| Erinnerung vor Verlängerung | Pflicht ab 1. Mai 2027, mindestens 15 Tage vor Widerspruchsfrist | keine Pflicht; Pa.Iv. 13.426 2020 gescheitert |
| Kündigung nach Verlängerung | jederzeit, höchstens 2 Monate Frist | automatische Verlängerung grundsätzlich zulässig, oft 3 Monate Frist vor Ablauf (laut CAP Rechtsschutz, 2026) |
| Widerruf bei Online-Abschluss | 14 Tage, mit EU-Widerrufsfunktion seit 19. Juni 2026 | kein allgemeines Widerrufsrecht bei Internetkäufen (SECO) |
| Schutz vor unfairen Klauseln | Wirtschaftsgesetzbuch, Kontrollen der FOD Economie | Art. 8 UWG, Prüfung im Einzelfall |
Wer ein Schweizer Abo-Modell mit Jahresvertrag und stiller Verlängerung unverändert nach Belgien überträgt, verstösst dort gleich gegen mehrere Regeln. Freiwillig umsetzen lässt sich die belgische Erinnerung aber auch in der Schweiz: Sie entschärft genau den Streit im 13. Monat.
Was in Belgien heute schon gilt
Die bestehenden Regeln aus dem Wirtschaftsgesetzbuch fasst die FOD Economie in ihren 7 Fragen zu Fitnesszentren (23. Januar 2025) zusammen. Sie bleiben, die Erinnerung kommt dazu.
| Regel (in Kraft) | Bedeutung fürs Studio |
|---|---|
| Preise gut lesbar | auch ausserhalb der Räume und auf der Website, wenn online abgeschlossen werden kann |
| Keine Personendaten vor dem Preis | keine E-Mail oder Telefonnummer verlangen, bevor der Preis sichtbar ist |
| Verlängerungsklausel sichtbar | fett auf Seite 1 des Vertrags |
| Kündigung nach Verlängerung | nach der ersten automatischen Verlängerung jederzeit ohne Strafe, höchstens 2 Monate Frist |
| Lastschrift | domiciliëring für Online-Abos mit ausdrücklicher Zustimmung und unterschriebener Vollmacht; vor Ort muss Bargeld akzeptiert werden |
| Kontrollen | seit 2022 51 Betriebe geprüft, 31 nicht regelkonform |
Die letzte Zeile verdient Aufmerksamkeit: 31 von 51 ist eine Mehrheit. Die Inspektoren fanden keine Spitzfindigkeiten, sondern fehlende Grundlagen, etwa Preise hinter einem Anmeldeformular, Verlängerungsklauseln im Kleingedruckten oder zu lange Kündigungsfristen. Die allgemeinen Regeln erklärt auch ConsumerConnect, und die Selbständigenorganisation NSZ bestätigt, dass die zwei Monate Frist nach einer Verlängerung bleiben.
Und der EU-Widerrufsbutton?
Seit dem 19. Juni 2026 muss jeder Händler, der in der EU online verkauft, während der 14-tägigen Widerrufsfrist eine elektronische Widerrufsfunktion anbieten (Artikel 11a der Verbraucherrechte-Richtlinie, eingeführt durch die Richtlinie (EU) 2023/2673). Ein belgisches Studio mit Online-Verkauf hat damit drei getrennte Pflichten:
- Widerrufsfunktion in den ersten 14 Tagen nach Online-Anmeldung (seit Juni 2026);
- Verlängerungserinnerung mindestens 15 Tage vor der Widerspruchsfrist (ab Mai 2027);
- Kündigung jederzeit mit höchstens zwei Monaten Frist nach der Verlängerung (bereits in Kraft).
Sie betreffen verschiedene Momente. Der häufigste Fehler: Ein Studio ergänzt einen "online kündigen"-Link und glaubt, damit sei die Erinnerung erledigt. Ist sie nicht. Die Erinnerung verschickt das Studio aktiv, zu einem bestimmten Zeitpunkt, mit bestimmtem Inhalt.
Sieben Schritte bis 1. Mai 2027
- Alle Produkte mit stiller Verlängerung auflisten: Jahresabos, Halbjahrespläne, PT-Pakete mit Verlängerungsklausel. Monatlich laufende Abos ohne feste Laufzeit über einem Monat fallen eventuell nicht darunter; den Wortlaut klärst du mit der Anwältin.
- Widerspruchsfrist pro Vertrag festhalten: "Das Mitglied widerspricht spätestens X Tage vor Enddatum." Ohne diese Regel lässt sich kein Erinnerungsdatum berechnen.
- Erinnerungsdatum pro Mitglied berechnen: Enddatum minus Widerspruchsfrist minus mindestens 15 Tage, plus ein paar Tage Puffer.
- Text schreiben: Verlängerung, Widerspruchsrecht und genauer Kündigungsweg (Adresse, E-Mail oder Online-Weg), in der Sprache der Anmeldung: Niederländisch, Französisch oder Deutsch.
- Auf dauerhaftem Datenträger verschicken: meist E-Mail an die hinterlegte Adresse; Kopie und Versanddatum aufbewahren, damit du sie bei Streit belegen kannst.
- Vertrag prüfen: Verlängerungsklausel fett auf Seite 1, Frist nach Verlängerung höchstens zwei Monate, Preise ohne Personendaten sichtbar.
- Bestehende Verträge klären: Die Pflicht gilt für Verlängerungen ab 1. Mai 2027. Ob früher unterschriebene, später verlängernde Verträge betroffen sind, klärst du mit der Anwältin; die vorsichtige Annahme ist ja.
Beispiel: Ein kleines Studio in Antwerpen mit 150 Jahresmitgliedern und gestaffelten Startdaten verschickt rund ein Dutzend Erinnerungen pro Monat. Das geht eine Weile von Hand, aber ein vergessener Monat bedeutet einen ganzen Schwung Verlängerungen, die womöglich nicht halten.
Ein Mitgliedsjahr auf dem Zeitstrahl
| Zeitpunkt | Regel | Wer handelt |
|---|---|---|
| vor der Anmeldung | Preis ohne Personendaten sichtbar; Verlängerungsklausel fett auf Seite 1 | Studio (Website, Vertrag) |
| Tag 1 bis 14 | EU-Widerrufsfunktion bei Online-Abschluss | Mitglied kann widerrufen, Studio stellt die Funktion bereit |
| rund 6 Wochen vor Ende | Erinnerung, mindestens 15 Tage vor der einmonatigen Widerspruchsfrist | Studio, ab 1. Mai 2027 |
| 1 Monat vor Ende | Widerspruchsfrist laut Vertrag | Mitglied entscheidet |
| nach der ersten Verlängerung | jederzeit kündbar, keine Strafe, höchstens 2 Monate Frist | Mitglied kann kündigen |
So gesehen schliesst das Gesetz die Lücke zwischen "die Klausel stand fett auf Seite 1" und "das Mitglied wusste wirklich, dass die Verlängerung kommt".
Spielen Mehrwertsteuer oder Zahlungsart eine Rolle?
Für die Pflicht selbst nicht, sie ist Vertragsrecht. Zum Kontext: Der Zugang zu Sportanlagen wird in Belgien mit 6 % Mehrwertsteuer besteuert, und die geplante Erhöhung auf 12 % wurde nach dem Regierungsentscheid vom 13. Februar 2026 nicht auf Sport angewendet, wie der Branchenverband Fitness.be festhält. In der Schweiz sind Fitness- und Krafttrainingskurse laut ESTV-Praxis zum Normalsatz von 8,1 % steuerbar (ESTV).
Bei der Zahlungsart gibt es eine praktische Verbindung: Ein Abo per domiciliëring zieht weiter ein, bis jemand das Mandat stoppt. Widerspricht ein Mitglied rechtzeitig, muss das Studio auch die Lastschrift beenden. Ein im Voraus bezahltes Abo endet dagegen einfach, wenn keine neue Zahlung kommt.
Was Trainera übernimmt und was nicht
Ehrlich gesagt: Trainera verschickt die gesetzliche Erinnerung nicht, hat keinen eingebauten Widerrufs- oder Kündigungsbutton, und Mitglieder können ein Abo nicht in der App kündigen. Diese Pflichten setzt das Studio im eigenen Ablauf und auf der eigenen Website um.
- Abo-Pakete mit eigenem Preis, eigener Währung, Dauer und Abrechnungszyklus; Start- und Enddatum jedes Mitglieds sind erfasst. Genau diese Liste brauchst du, um Erinnerungstermine zu berechnen.
- Online-Kartenverkauf über dein eigenes Stripe-Konto mit 0 % Trainera-Plattformgebühr. Jeder Kauf ist eine einmalige Kartenzahlung pro Paket, kein selbstverlängerndes Karten-Abo; Trainera belastet bei einer Verlängerung nie automatisch.
- Zahlungen an der Theke, auch Bargeld, werden dem Mitglied zugeordnet, passend zur Regel, dass vor Ort Bargeld möglich sein muss.
- Digitaler Mitgliederausweis mit QR-Check-in, Leads-CRM mit 7-stufiger Pipeline, Kursplaner und Website-Baukasten.
Domiciliëring (SEPA-Lastschrift) und Bancontact führt Trainera nicht aus. Ein Studio, das sie nutzt, wickelt sie über Bank oder Zahlungsanbieter ab und erfasst das Abo in Trainera.
| Studioplan (Schweiz, monatlich) | Preis auf trainera.fit/pricing |
|---|---|
| Core | ab CHF 129 |
| White Label (eigene gebrandete Apps) | ab CHF 239 |
| Studio (White Label plus Community Plus und Automationen) | ab CHF 279 |
| Zusätzlicher Trainer nach den ersten 3 | CHF 16 |
Jährlich gilt der 10-fache Monatspreis. Ein Studio mit Sitz in Belgien sieht auf trainera.fit/pricing die Europreise seiner Zone. Mehr zum Betrieb in Belgien im Beitrag zu Studio-Software in Belgien; wie Zahlungen über das eigene Stripe-Konto funktionieren, erklärt Zahlungsabwicklung in der Studio-Software.
Typische Fehler bei Verlängerungen
- Drei Monate Kündigungsfrist nach Verlängerung: Das Maximum sind zwei. Eine längere Klausel hält so nicht.
- Verlängerungsklausel auf Seite 3: Sie gehört fett auf Seite 1.
- Erinnerung zu spät: Ab Mai 2027 genügen 10 Tage vor der Widerspruchsfrist nicht, verlangt sind mindestens 15.
- Erinnerung ohne Kündigungsweg: Das Mitglied muss erfahren, wie es widerspricht, nicht nur dass eine Verlängerung kommt.
- Preis erst nach E-Mail-Adresse: Laut FOD muss der Preis vorher sichtbar sein.
In den Niederlanden gilt ein anderes Modell: Verlängerung nur unbefristet, mit höchstens einem Monat Frist. Wer auf beiden Seiten der Grenze Studios führt, vergleicht im Beitrag zur Kündigung von Fitness Abos in den Niederlanden. Den deutschen Ansatz zeigen die Kündigungsregeln für Fitnessverträge in Deutschland.
Checkliste vor Mai 2027
- Verlängerungsklausel fett auf Seite 1 jeder Vorlage.
- Frist nach der ersten Verlängerung höchstens zwei Monate, ohne Strafe.
- Widerspruchsfrist pro Produkt schriftlich festgehalten.
- Erinnerungsdatum pro Mitglied: Widerspruchsfrist minus mindestens 15 Tage.
- Erinnerungstext in der Sprache des Mitglieds, mit Verlängerung, Widerspruchsrecht und Kündigungsweg.
- Versand per E-Mail oder Brief, Kopie und Datum gespeichert.
- Online-Widerrufsfunktion für die ersten 14 Tage aktiv.
- Preise auf Website und am Eingang sichtbar, ohne Personendaten zu verlangen.
- Bargeld vor Ort akzeptiert; Lastschrift nur mit ausdrücklicher Zustimmung und Vollmacht.
Für Bindungsnachrichten, getrennt von der gesetzlichen Erinnerung, zeigt das Playbook zur Verlängerungserinnerung Timing und Formulierung. Wer neben dem Studio Kundschaft coacht, findet die Preisseite in Personal-Trainer-Kosten in Belgien.
Abos, Check-ins und Kartenverkäufe über dein eigenes Stripe-Konto: Trainera für Fitnesscenter.
Häufig gestellte Fragen
Was regelt das neue belgische Gesetz zu Fitness Abos?
Kann ich ein Fitness Abo in Belgien jederzeit kündigen?
Gibt es in der Schweiz eine ähnliche Erinnerungspflicht?
Muss ein belgisches Fitnessstudio seine Preise online zeigen?
Verschickt Trainera die gesetzliche Erinnerung für belgische Studios?
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