Automatisierung für Personal Trainer in der Schweiz
Welche Kundennachrichten automatisch laufen dürfen und welche du selbst schreibst. Mit Beispiel-Flow samt If/Else-Zweig, Schutzregeln gegen zu viele Nachrichten, revDSG-Hinweisen für Gesundheitsdaten und den Trainera-Limits in CHF.

Was du als Personal Trainer automatisierst und was du selbst schreibst
Automatisch laufen dürfen alle Nachrichten, die jeder Kunde in fast gleicher Form bekommt: die Begrüssung, der Hinweis "dein Plan ist bereit", Erinnerungen nach einem verpassten Training oder Check-in, die Vorankündigung zum Planende, die offene Rechnung, der Geburtstag und die Bitte um eine Bewertung. In deiner Hand bleibt alles, wofür du abwägen musst: Schmerzen, Verletzungen, Programmänderungen, unangenehme Neuigkeiten und Reklamationen.
Für Trainer in der Schweiz geht es dabei um viel Geld pro Kunde. Laut kenbuser.ch (2026) kostet eine Stunde Personal Training in Zürich CHF 150-300 und ein 10er-Paket CHF 1'300-2'500 (kenbuser.ch). Wer einen solchen Kunden verliert, weil nach einem verpassten Check-in niemand nachgefragt hat, verliert mehr als eine Lektion.
Ein einfacher Test hilft bei jeder Nachricht: Würdest du den Text kopieren und einfügen, kann ihn ein Flow verschicken. Musst du erst überlegen, was du antwortest, schreibst du selbst.
Ab wann dir Routine-Nachrichten entgleiten
Bei fünf Kunden weisst du auswendig, wer am Dienstag nicht im Training war und wessen Block am Freitag ausläuft. Bei zwanzig oder dreissig klappt das nicht mehr, und als Erstes fallen die kleinen Rückmeldungen weg, die keiner vermisst, bis sie fehlen.
Kunden bemerken genau diese Lücken. Bleibt ein Check-in ohne Reaktion, kommt beim Kunden an: Es schaut niemand hin. Eine Kündigung kündigt sich selten mit einer lauten Beschwerde an, öfter mit zwei oder drei Wochen ohne Kontakt. Wie du dem vorbeugst, steht im Beitrag Kundenbindung für Coaches.
Ein Flow ersetzt nicht dein Hinschauen. Er erledigt die Routine pünktlich, damit deine Zeit in die Gespräche geht, bei denen es dich als Coach braucht.
Acht Anlässe, die ein Flow übernehmen kann
Die Coaching-Vorlagen in Trainera decken diese acht Situationen ab:
| Anlass | Auslöser | Inhalt der Nachricht |
|---|---|---|
| Anfrage und erste Woche | Neue Coaching-Anfrage oder neuer Kunde | Rasche Antwort, danach Begrüssung und Ablauf der ersten Woche |
| Plan bereit, erstes Training | Plan zugewiesen | Der Plan ist in der App, so startest du |
| Training verpasst | Verpasstes Training | Kurzer, freundlicher Anstoss ohne Vorwurf |
| Check-in verpasst | Verpasster Check-in | Erinnerung mit direktem Link zum Check-in |
| Plan läuft aus | Planende naht oder ist erreicht | Vorankündigung und Frage nach dem nächsten Block |
| Rechnung offen | Rechnung überfällig | Sachliche Zahlungserinnerung, nach Eingang ein Dank |
| Geburtstag und Meilensteine | Geburtstag, Jahrestag, Trainingsserie | Gratulation in deinem Ton |
| Bewertung, Empfehlung | Dein Zeitplan oder ein Meilenstein | Bitte um Bewertung oder Weiterempfehlung |
Als Erstes würde ich den verpassten Check-in einschalten. Wer merkt, dass ein ausgelassener Check-in keine Folgen hat, lässt den nächsten auch aus. Texte und Zeitpunkte findest du im Leitfaden zu automatischen Check-in-Nachrichten. Gleich wichtig ist die schnelle Antwort auf neue Anfragen, weil Interessenten oft mehrere Trainer anschreiben. Die ganze Abfolge steht im Beitrag zum automatischen Follow-up für Interessenten.
Gesundheitsdaten in Nachrichten: was das revDSG verlangt
Seit dem 1. September 2023 gilt in der Schweiz das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG). Es zählt Daten über die Gesundheit zu den besonders schützenswerten Personendaten. Ist für die Bearbeitung eine Einwilligung nötig, muss sie bei solchen Daten ausdrücklich erfolgen (Art. 5 und 6 revDSG, fedlex.admin.ch).
Für automatische Nachrichten heisst das in der Praxis:
- Keine Diagnosen, Verletzungen oder Gewichtsangaben in Texten, die ein Flow verschickt. "Dein Check-in ist offen" reicht.
- Gesundheitsfragebogen nur mit klarer Information und ausdrücklicher Einwilligung einsetzen.
- Software-Anbieter und Nachrichtenkanäle (E-Mail-Dienst, SMS, WhatsApp) in deiner Datenschutzerklärung nennen, auch wenn Daten ins Ausland gehen.
- Du bist als Trainer Verantwortlicher für die Daten deiner Kunden. Prüf deine Pflichten selbst oder mit einer Fachperson.
Das ist keine Rechtsberatung, Stand Oktober 2026. Fragen zum Datenschutz klärst du mit einer Fachperson oder auf der Seite des EDÖB (edoeb.admin.ch).
Fünf Fälle, die kein Flow beantworten darf
- Schmerz- oder Verletzungsmeldungen. Auf "Nach den Kniebeugen zwickt mein Knie" folgt eine Rückfrage, vielleicht eine Planänderung oder der Rat, zum Arzt zu gehen. Eine Vorlage kann das nicht sicher abdecken.
- Planänderungen ohne deine Prüfung. Am Blockende darf ein Flow einen vorbereiteten Plan zuweisen, wenn du genau diesen Plan für genau diesen Kunden angeschaut hast. Übungen und Belastung legt nie der Flow fest.
- Unangenehme Nachrichten. Ein neuer Preis, eine abgesagte Lektion wegen Krankheit, das Ende der Zusammenarbeit: Diese Zeilen kommen von dir.
- Reklamationen. Ein automatisches "Danke für dein Feedback" macht einen verärgerten Kunden noch verärgerter.
- Lange Funkstille ohne bekannten Grund. Hinter einem Monat Pause können Krankheit oder Familienstress stecken. Leg dir dafür eine Pendenz an statt einer Nachricht.
In Trainera fallen sanfte Erinnerungen automatisch weg, wenn du oder dein Team der Person innert der letzten 24 Stunden geschrieben habt.
Ein Flow mit If/Else-Zweig für den verpassten Check-in
So baue ich die Reaktion auf einen ausgelassenen Wochen-Check-in:
- Auslöser: Check-in verpasst.
- Senden über In-App-Chat und Push: "Hoi [Vorname], dein Check-in für diese Woche fehlt noch. Zwei Minuten genügen, auch nach einer chaotischen Woche." Den Vornamen setzt eine Variable ein.
- Warten: 2 Tage.
- If/Else: Ist der Check-in inzwischen da?
- Ja: Flow beendet. Du liest den Check-in und antwortest wie immer.
- Nein: Es entsteht eine Pendenz für dich: "[Vorname] persönlich wegen der Woche kontaktieren." Eine zweite automatische Erinnerung gibt es nicht.
Der Zweig macht den Unterschied. Hat jemand den Check-in einfach vergessen, reicht die Erinnerung. Steckt mehr dahinter, landet der Fall als Aufgabe bei dir und nicht als weitere Nachricht beim Kunden.
Weitere Bausteine: bis zu einem Datum oder Ereignis warten (etwa einem abgeschlossenen Training), einen Plan, Check-in, eine Gewohnheit oder einen Fragebogen zuweisen, Kunden in eine Gruppe aufnehmen oder ein Follow-up anlegen. Trainera hat über 70 Auslöser, und eigene Auslöser wie "Startdatum plus 30 Tage" lassen sich speichern.
Schutz vor zu vielen Nachrichten
Diese Regeln sind in Trainera ab Werk aktiv:
- Ruhezeit von 21:00 bis 08:00 Uhr, Zeiten und Versandtage lassen sich anpassen. Antworten auf eine soeben eingegangene Nachricht gehen sofort raus.
- Pro Person und Absender höchstens 2 automatische Nachrichten am Tag und 6 pro Woche.
- Hat jemand in den letzten 12 Stunden schon eine Marketingnachricht bekommen, wartet die nächste.
- STOP wirkt in Chat, WhatsApp, SMS und Viber, jedes E-Mail hat einen Abmeldelink. Abbestellen lässt sich alles oder nur Marketing.
- Pause mit einem Klick und Notstopp, beides nur für den Inhaber, nicht für Mitarbeitende.
- Freigabe vor dem Versand wählbar: nie, nur bei Marketing oder bei jeder Nachricht.
- Neue Konten versenden in den ersten 7 Tagen höchstens 50 automatische Nachrichten pro Tag.
Dazu kommen meine eigenen Regeln: Ein Auslöser bekommt genau einen Flow. Jeder Text muss auch an einem schlechten Tag des Kunden passen. Einmal pro Woche schaue ich ins Aktivitätsprotokoll, wo jeder Lauf mit Grund steht, warum ein Schritt verschickt, übersprungen oder verschoben wurde. Um 08:00 Uhr kommt eine tägliche Zusammenfassung.
Kanäle: was ohne Einrichtung läuft
In-App-Chat und Push funktionieren vom ersten Tag an und genügen für die meisten Erinnerungen. E-Mails laufen über dein eigenes SMTP oder deinen E-Mail-Anbieter, SMS über dein Twilio-Konto, Viber über Viber Business, WhatsApp über deine WhatsApp-Business-Nummer via Meta oder als vorbereitete Nachricht, die du mit einem Tippen abschickst. Trainera verrechnet nichts pro Nachricht, es gelten die Preise deines Anbieters. Einen Vergleich findest du unter Push, SMS, E-Mail oder WhatsApp für Erinnerungen.
Was jeder Trainera-Tarif in CHF erlaubt
Automatisierungen gehören zu jedem bezahlten Trainer-Tarif. Die Monatspreise unten gelten für die Schweiz laut trainera.fit/pricing, das Jahresabo kostet das Zehnfache des Monatspreises.
| Tarif | Preis pro Monat (CH) | Kunden | Aktive Automatisierungen | Automatische Nachrichten pro Tag | Builder mit If/Else |
|---|---|---|---|---|---|
| Free | CHF 0 | 3 | keine | keine | nein |
| Starter | CHF 19.90 | 10 | 1 | 50 | nein, Vorlagen |
| Pro | CHF 49.90 | 30 | 3 | 200 | nein, Vorlagen |
| Business | CHF 99 | 75 | 10 | 1'000 | ja |
| Enterprise | individuell | unbegrenzt | unbegrenzt | unbegrenzt | ja |
"Aktiv" meint laufende Sequenzen. Einmalige Bestätigungen zählen nicht dazu. Wechselst du in einen kleineren Tarif, werden Sequenzen über dem neuen Limit pausiert und nicht gelöscht. In Tarifen mit Automatisierungen kann TRAI, der eingebaute Assistent, Entwürfe samt Texten anlegen; eingeschaltet wird ein Flow erst, wenn du bestätigst. Alles Weitere auf der Preisseite.
Zum Vergleich: Everfit verkauft Autoflow als Zusatz ab $29 pro Monat für 30 Kunden, Trainerize listet seine Tarife in US-Dollar ab $10 pro Monat (trainerize.com). Prüf die aktuellen Angaben auf den jeweiligen Preisseiten.
Ab Pro bietet Trainera ausserdem Livestreams: Du hinterlegst einen YouTube-Link und einen Wochenplan, Kunden steigen ab 15 Minuten vor Beginn über die App ein, bekommen Erinnerungen 24 Stunden, 1 Stunde und 15 Minuten vorher, und du siehst, wer dabei war. In Business und Enterprise erstellst du Onlinekurse mit Videolektionen, Quiz und Zertifikaten, die du Kunden zuweist oder verkaufst.
Beispiel: eine Trainerin in Bern startet in einer Woche
Beispiel: Eine selbständige Trainerin in Bern betreut 25 Kunden im Tarif Pro. So geht sie vor:
- Eine Vorlage aussuchen. Im Starter-Tarif wäre das die einzige aktive Automatisierung. Sie nimmt den Anlass, der am meisten schmerzt: den verpassten Check-in.
- Jeden Text umschreiben. Sie liest ihn laut. Tönt er wie ein Brief von der Bank, formuliert sie ihn neu.
- Freigabe für jede Nachricht in der ersten Woche einschalten.
- Nach einigen Tagen das Protokoll lesen. Wurde eine Erinnerung übersprungen, weil sie schon selbst geschrieben hatte, ist das ein gutes Zeichen.
- Erst dann den zweiten Anlass dazunehmen. Mit Pro passen Begrüssung, verpasster Check-in und Planende gut zusammen.
- Später zum Builder wechseln (Business), wenn eine Vorlage fast passt, aber ein Zweig fehlt.
Die drei ersten Flows und ihre Reihenfolge
Zuerst die Begrüssung, dann der verpasste Check-in mit einem Zweig, der schwierige Fälle an dich zurückgibt, dann das Planende. Schmerzen, Planänderungen und schlechte Nachrichten bleiben persönlich, Ruhezeiten und Limits bleiben eingeschaltet. So fängst du die Rückmeldungen ab, die zuerst verloren gehen, ohne dass sich jemand von einem Roboter betreut fühlt. Für Studios passt dazu Mitgliederabwanderung im Fitnessstudio senken.
Vorlagen, Builder und Schutzregeln findest du auf der Seite Trainera Automatisierung, oder du erstellst ein Trainerkonto.
Häufig gestellte Fragen
Womit fange ich als Personal Trainer bei der Automatisierung an?
Fühlen sich automatische Nachrichten für Kunden kalt an?
Wie viele automatische Nachrichten pro Kunde sind vertretbar?
Was kostet Automatisierung bei Trainera in der Schweiz?
Darf ich in der Schweiz Gesundheitsangaben in automatisierten Nachrichten verwenden?
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