Partita IVA für Personal Trainer: Italien und die Schweiz

Du trainierst im Tessin und hast Kundinnen in Como oder Varese, oder du ziehst nach Italien? So funktionieren Partita IVA, Regime forfettario, IVA und E-Rechnung über das SdI im Jahr 2026, und so unterscheidet sich das von MWST, AHV und Rechnungsstellung in der Schweiz.

Trainera Team
October 12, 2026
8 Min. Lesezeit
Partita IVA für Personal Trainer: Italien und die Schweiz
Personal Trainer ItalienPartita IVARegime forfettarioMWST SchweizPersonal Trainer Tessin

Hol dir in 60 Sekunden deinen kostenlosen KI-Trainings- und Ernährungsplan

Brauchst du als Personal Trainer in Italien eine Partita IVA?

Wer in Italien regelmässig selbständig Kundinnen und Kunden trainiert, braucht in der Regel eine Partita IVA, die italienische Steuernummer für Selbständige. Die meisten wählen das Regime forfettario, eine Pauschalregelung, die 2026 bis 85.000 € vereinnahmter Honorare gilt. Seit 1. Januar 2024 müssen alle Forfettari E-Rechnungen über das SdI (Sistema di Interscambio) ausstellen. Im Regime ordinario gilt auf Personal Training 22 % IVA.

Für Leserinnen und Leser in der Schweiz ist das vor allem in zwei Fällen relevant: Du arbeitest im Tessin und hast Kundinnen in Como, Varese oder Mailand, oder du ziehst nach Italien. Zum Vergleich steht weiter unten, was in der Schweiz gilt: MWST erst ab CHF 100'000 Umsatz, Normalsatz 8,1 %, Anmeldung bei der Ausgleichskasse für die AHV. Dieser Beitrag ist keine Rechts- oder Steuerberatung, Stand Oktober 2026. Prüf deinen Fall mit einem Commercialista in Italien und einem Treuhänder, der Ausgleichskasse oder der ESTV in der Schweiz.

Forfettario oder ordinario: die Zahlen für 2026

Das Regime bestimmt, wie viel Verwaltung du hast und wie du deine Preise kalkulierst. Die Grenzen stammen von Fiscoly und Legge in chiaro.

PostenRegime forfettarioRegime ordinario
Grenze für Honorare85.000 € pro Jahr, vereinnahmtKeine
Zwischen 85.000 und 100.000 €Dieses Jahr noch im Forfettario, ab dem Folgejahr nicht mehrEntfällt
Über 100.000 €Sofort rausEntfällt
Start im laufenden JahrGrenze wird auf die Monate umgerechnetEntfällt
IVA auf PTEigene Regeln, mit dem Commercialista klären22 %
E-Rechnung über SdISeit 1. Januar 2024 PflichtPflicht

Es zählt der Zufluss: massgebend ist, wann du kassierst, nicht wann du abrechnest. Wer im Dezember Pakete für Januar einnimmt, muss das nahe der Grenze einrechnen. Laut Taxman eröffnen Personal Trainer die Partita IVA meist als selbständige Sportlehrer, fast immer im Forfettario. ATECO-Code und Rentenversicherung bei der INPS legst du vor der Eröffnung fest, eine spätere Änderung kostet Zeit.

Schweiz und Italien im direkten Vergleich

Diese Tabelle stellt die wichtigsten Punkte nebeneinander. Die Schweizer Werte stammen aus amtlichen Quellen, die italienischen aus den oben verlinkten Fachseiten.

PunktSchweizItalien
Steuersatz auf PT8,1 % MWST (Normalsatz), sobald steuerpflichtig22 % IVA im ordinario
GrenzeMWST-Pflicht ab CHF 100'000 Umsatz aus steuerbaren LeistungenForfettario bis 85.000 € Honorare
SozialversicherungAHV/IV/EO 10,0 % ab CHF 60'500 Einkommen, darunter sinkende Skala ab 5,371 %INPS, je nach Tätigkeit
RegisterHandelsregister für Einzelunternehmen ab CHF 100'000 JahresumsatzPartita IVA mit ATECO-Code
RechnungKein SdI; die QR-Rechnung hat die alten Einzahlungsscheine abgelöst (gültig bis 30.9.2022), dazu eBillE-Rechnung über SdI für alle
DatenschutzrevDSG, Gesundheitsdaten besonders schützenswertDSGVO, Gesundheitsdaten Art. 9

Quellen Schweiz: MWST-Sätze und Grenze bei der ESTV, Beiträge im AHV-Merkblatt 2.02 (Stand 1. Januar 2026), Handelsregister im KMU-Portal. Laut ESTV-Praxis sind Fitness- und Krafttrainingskurse zum Normalsatz steuerbar, ausgenommen ist nur das Erlernen einer Sportart als solche. Spezialfälle klärst du mit der ESTV oder einem Treuhänder.

22 % IVA und der Sonderfall ASD und SSD

Sportleistungen gewerblicher Anbieter, auch Personal Training, unterliegen laut Fiscosport dem Regelsatz von 22 %. Anders bei Amateursportvereinen (ASD) und Amateursportgesellschaften (SSD): Mit der Sportreform (D.Lgs. 36/2021 und Folgedekrete) wechseln seit 1. Januar 2026 viele ihrer Leistungen von "nicht steuerbar" zu "steuerbefreit", laut TeamSystem unter Umständen auch Leistungen an Dritte. Ein Rundschreiben der Agenzia delle Entrate dazu fand die Originalrecherche nicht. Arbeitest du mit einem Verein, klär es mit dessen Berater.

Zum Vergleich: In der Schweiz sind Leistungen nicht gewinnstrebiger Sportvereine an Mitglieder gegen statutarischen Beitrag von der MWST ausgenommen, und für solche Vereine gilt eine höhere Grenze von CHF 250'000. Für kommerzielle Studios und selbständige Trainer gilt das nicht.

  • Privatkunden mit deiner Partita IVA: E-Rechnung über SdI nach den Regeln deines Regimes.
  • Freie Mitarbeit in einem gewerblichen Studio: Rechnung an das Studio, ebenfalls über SdI.
  • Zusammenarbeit mit einer ASD oder SSD: Die Behandlung hängt von der Art der Zusammenarbeit ab, frag eine Fachperson für Sportrecht.
  • Eigene ASD oder SSD: Seit 2026 sind steuerbefreite Umsätze als solche zu belegen.
  • Online-Coaching für Kunden in Italien: E-Rechnung für jede Zahlung, auch bei Karte oder PayPal.

E-Rechnung ohne Stundenaufwand

Ab 1. Juli 2022 galt die Pflicht für Forfettari über 25.000 €, seit 1. Januar 2024 für alle, wie Fatture in Cloud erklärt. Jede Einheit, jedes Paket und jeder Coaching-Monat läuft also über das SdI. Mit wenigen Kunden reicht der kostenlose Dienst der Agenzia delle Entrate, bei Monatsabos lohnt sich eine Software, die anzeigt, wer bezahlt hat und was noch abzurechnen ist.

Ein häufiger Irrtum: Der Beleg von Stripe, PayPal oder der Bank ist keine Rechnung. Er zeigt nur, dass bezahlt wurde. Die E-Rechnung stellst du selbst aus. In der Schweiz ist das ähnlich: Eine Kartenquittung ersetzt keine Rechnung, falls dein Kunde eine verlangt.

Verträge, Verlängerung und Datenschutz

Abos mit automatischer Verlängerung

In Italien verlangt Art. 65-bis des Codice del Consumo (Gesetz 214/2023) bei befristeten Abos mit automatischer Verlängerung eine schriftliche Mitteilung 30 Tage vor Ablauf, sonst kann der Kunde jederzeit ohne Strafe zurücktreten. Das gilt für Verträge ab 15. Januar 2024, Fitnessstudios werden als Beispiel genannt (Villa e Associati). In der Schweiz gibt es keine solche Bundesregel: Automatische Verlängerungen sind grundsätzlich zulässig, AGB können aber nach Art. 8 UWG unlauter sein, wenn sie Konsumentinnen und Konsumenten erheblich benachteiligen.

Gesundheitsdaten

Anamnese, Verletzungen, Medikamente, Körpermasse: In Italien sind das Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO, in der Schweiz besonders schützenswerte Personendaten nach revDSG, Art. 5, wofür eine Einwilligung ausdrücklich erfolgen muss. Erheb nur, was du für sicheres Training brauchst, erklär, warum du fragst, und speicher die Daten geschützt, nicht im Handy-Chat.

Für ein eigenes Studio in Italien ist die Entscheidung des Garante Nr. 127 vom 29. März 2012 wichtig: Zutritt per Fingerabdruck wurde als unverhältnismässig eingestuft, weil Badge oder Karte gereicht hätten. Auch in der Schweiz zählen biometrische Daten zu den besonders schützenswerten. QR-Code oder Karte sind die einfachere Wahl.

Versicherung

Eine Berufshaftpflicht schützt dich und deine Kunden, wenn bei einer Einheit etwas passiert. Vergleich Deckungssummen und Ausschlüsse, besonders bei Training draussen oder beim Kunden zu Hause, und frag Studios, mit denen du arbeitest, welche Deckung sie verlangen.

Was du verlangen kannst: Preise in Italien und im Tessin

Die italienischen Zahlen stammen von Vermittlungsplattformen und sind Richtwerte, keine Statistik.

Art der EinheitTypische SpanneQuelle
Italien, Durchschnitt pro Einheit40-80 € (von 20 bis 100 €)Cronoshare (2026)
Italien, im Studio20-80 €Cronoshare
Italien, beim Kunden zu Hause50-100 €Cronoshare
Italien, online30-100 € pro StundeCronoshare
Italien, typische Spanne30-80 € (von 20 bis 160 €)ProntoPro (2026)
Lugano, pro 60 MinutenCHF 80-100 Einstieg, CHF 100-130 üblich, ab CHF 130 Premiumlaut ksfunctionalmovement.ch (ohne Datum)

Rechne Euro-Preise nicht einfach in Franken um, die Kostenstrukturen sind verschieden. Zieh Steuern, Beiträge, Versicherung, Software und Raummiete ab, dann siehst du, was bleibt. Mehr Vergleiche findest du unter Personal Trainer Kosten nach Stadt und was kostet ein Online-Personal-Trainer.

Zahlungen und Software: wo Trainera passt

Die Grenze zuerst: Trainera stellt keine italienischen E-Rechnungen über das SdI aus, ist keine Registrierkasse und erstellt keine Schweizer QR-Rechnungen. Rechnungen stellst du mit dem Dienst der Agenzia delle Entrate, deiner Software oder über deine Bank aus.

Trainera brauchst du für die Arbeit mit Kunden und das Kassieren:

  • Trainings- und Ernährungspläne, Check-ins, Gewohnheiten und Chat, mit mehr als 1'800 Übungen mit Video und über 1'100 Rezepten;
  • Anamnesebögen in jedem Tarif, auch in Free;
  • Zahlungsmodelle: nur Anfrage (Preis ausserhalb der App vereinbart), Monatsabo per Karte mit Apple Pay und Google Pay, Zahlung pro Plan und Barzahlung, dazu PayPal und Banküberweisung;
  • Plattformgebühr auf Zahlungen über Stripe oder PayPal je nach Tarif: Free und Starter 8 %, Pro 5 %, Business 3 %; 0 % auf Bar- und Banküberweisung;
  • kostenlose Kunden-App für iOS und Android, eigene Trainer-Website und der KI-Assistent TRAI.

Satispay ist in Italien verbreitet, wird bei Stripe aber nicht für Abos unterstützt. Trainera bietet weder Satispay noch SEPA-Lastschrift, und auch kein TWINT.

Trainera-Tarif (monatlich)Preis in der SchweizKunden
FreeCHF 03
StarterCHF 19.9010
ProCHF 49.9030
BusinessCHF 9975

Preise ab CHF 19.90 pro Monat auf trainera.fit/pricing für die Schweiz, jährlich das Zehnfache des Monatspreises. Wer in Italien registriert ist, sieht dort die Preise für Italien (siehe Preise). Ein Ablauf, der funktioniert: Der Kunde zahlt sein Abo in Trainera, du stellst am Wochenende die Rechnungen für die eingegangenen Zahlungen aus. Apps mit eingebauter Zahlung vergleicht die beste Personal-Training-App mit Zahlungsfunktion.

Checkliste für den Start

  1. Kläre bei grenzüberschreitender Arbeit zuerst mit Treuhänder und Commercialista, wo du steuerpflichtig bist.
  2. Italien: Regime, ATECO-Code, INPS und Zusammenarbeit mit ASD festlegen, Partita IVA eröffnen, SdI-Kanal einrichten.
  3. Schweiz: bei der Ausgleichskasse anmelden, Umsatz gegenüber CHF 100'000 im Blick behalten.
  4. Berufshaftpflicht abschliessen.
  5. Anamnesebogen und Datenschutzinformation für Gesundheitsdaten vorbereiten.
  6. Preise anhand der Marktspannen und deiner echten Kosten festlegen.
  7. Bei Abos mit Verlängerung in Italien die Mitteilung 30 Tage vor Ablauf einplanen.
  8. Für jede Zahlung eine Rechnung ausstellen.

Verwalte Kunden, Pläne und Zahlungen in einer App mit der Software für Personal Trainer von Trainera, ab dem Gratis-Tarif.

Häufig gestellte Fragen

Kann ein Personal Trainer in Italien die Partita IVA im Regime forfettario eröffnen?

Ja, das ist die häufigste Wahl. 2026 liegt die Grenze bei 85.000 € vereinnahmten Honoraren. Zwischen 85.000 und 100.000 € fällst du im Folgejahr heraus, über 100.000 € sofort. Kläre deinen Fall mit einem Commercialista.

Ich wohne im Tessin. Brauche ich eine Partita IVA für Kunden in Italien?

Das hängt davon ab, wo und wie du tätig bist, und lässt sich nicht pauschal beantworten. Grenzüberschreitende Fälle mit Wohnsitz, Betriebsstätte und Mehrwertsteuer in zwei Ländern gehören zu einem Treuhänder in der Schweiz und einem Commercialista in Italien. Dieser Beitrag ist keine Steuerberatung, Stand Oktober 2026.

Muss ein Forfettario in Italien E-Rechnungen ausstellen?

Ja. Seit 1. Januar 2024 stellen alle Forfettari ihre Rechnungen elektronisch über das SdI aus, ohne Mindestgrenze. Möglich ist der kostenlose Dienst der Agenzia delle Entrate oder eine Rechnungssoftware.

Welche Steuer gilt auf Personal Training in Italien und in der Schweiz?

In Italien im Regime ordinario 22 % IVA. In der Schweiz gilt bei MWST-Pflicht der Normalsatz von 8,1 %, laut ESTV-Praxis sind Fitness- und Krafttrainingskurse zum Normalsatz steuerbar. MWST-pflichtig wirst du ab CHF 100'000 Umsatz aus steuerbaren Leistungen pro Jahr.

Stellt Trainera italienische E-Rechnungen oder Schweizer QR-Rechnungen aus?

Nein. Trainera stellt keine SdI-Rechnungen aus, ist keine Registrierkasse und erstellt keine QR-Rechnungen. Es verwaltet Kunden, Pläne und Zahlungen. Rechnungen stellst du mit dem Dienst der Agenzia delle Entrate, deiner Rechnungssoftware oder deiner Bank aus.

Setze das mit Trainera in die Praxis um

Hol dir in 60 Sekunden deinen kostenlosen KI-Trainings- und Ernährungsplan

1800+ Übungen, Wearables und Fortschrittstracking, kostenlos und ohne Karte. Den KI-Food-Scan gibt es mit Premium. Trainiere allein oder mit einem zertifizierten Coach.

Diesen Artikel teilen