eRačun 2027 Kroatien: Pflichten für Trainer, Schweiz-Blick

Ab 1. Januar 2027 stellen auch kroatische Kleinbetriebe ohne Mehrwertsteuer, etwa Trainer mit paušalni obrt, eRačun an Unternehmen aus. Fristen, Werkzeuge, Beispiele und ein Vergleich mit MWST-Schwelle und QR-Rechnung in der Schweiz.

Trainera Team
October 11, 2026
7 Min. Lesezeit
eRačun 2027 Kroatien: Pflichten für Trainer, Schweiz-Blick
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eRačun 2027: Was ändert sich für Trainer und Studios in Kroatien?

Ab dem 1. Januar 2027 müssen in Kroatien auch Unternehmen ausserhalb der Mehrwertsteuer, etwa Personal Trainer mit einem paušalni obrt (Pauschalgewerbe), ihre Rechnungen an andere kroatische Unternehmen als strukturierte E-Rechnung, eRačun genannt, ausstellen und fiskalisieren. Wer mehrwertsteuerpflichtig ist, also jedes Studio über der Schwelle von 60'000 Euro, macht das schon seit dem 1. Januar 2026; empfangen können muss eRačun seither jedes Unternehmen. Für Kleinbetriebe ohne Mehrwertsteuer stellt die Steuerverwaltung die Gratis-App MIKROeRAČUN bereit.

Für Leserinnen und Leser in der Schweiz ist das Thema relevant, wenn du in Kroatien ein Gewerbe hast, dort ein Studio betreibst oder mit kroatischen Studios zusammenarbeitest. Zum Vergleich: In der Schweiz wird man ab CHF 100'000 Umsatz mehrwertsteuerpflichtig (ESTV); für Rechnungen empfiehlt SIX die QR-Rechnung und eBill. Grundlage in Kroatien ist das neue Fiskalisierungsgesetz (Zakon o fiskalizaciji, NN 89/25), bekannt als Fiskalizacija 2.0, erklärt auf der eRačun-Seite der Porezna uprava. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung, Stand Oktober 2026: Prüf deine Pflichten mit einer Buchhalterin in Kroatien, für die Schweizer Seite mit deinem Treuhänder oder der ESTV.

Der Fahrplan 2026 und 2027

Zuerst die Mehrwertsteuerpflichtigen, dann alle anderen:

DatumWerPflicht
1. Januar 2026Mehrwertsteuerpflichtige (PDV obveznici)eRačun für B2B-Rechnungen ausstellen, empfangen, fiskalisieren
1. Januar 2026Unternehmen ohne Mehrwertsteuer, auch paušalisti, und öffentlicher SektoreRačun empfangen
1. Januar 2026Alle, die an Konsumentinnen und Konsumenten verkaufenJede B2C-Rechnung fiskalisieren, ob bar, Karte oder Überweisung
1. Januar 2027Unternehmen ohne Mehrwertsteuer, auch paušalistieRačun für B2B-Rechnungen ausstellen
laufendAlle EmpfängerErhaltene eRačun innert 5 Werktagen fiskalisieren; Ablehnungen bis zum 20. des Folgemonats melden

Quellen: Porezna uprava, Fiskalisierung von eRačun und Porezna uprava, B2C-Rechnungen.

Kroatien und Schweiz nebeneinander

Wer zwischen beiden Ländern arbeitet, verwechselt leicht die Schwellen. Die Eckwerte:

PunktKroatienSchweiz
Schwelle Mehrwertsteuer60'000 € seit 1. Januar 2025CHF 100'000 weltweiter Umsatz aus steuerbaren Leistungen
Normalsatz25 %8,1 % seit 1. Januar 2024
Rechnung an UnternehmeneRačun (strukturiert), ab 2027 auch für KleinbetriebeQR-Rechnung oder eBill (von SIX empfohlen)
PrivatkundschaftFiskalbeleg mit JIR, ZKI und QR-Code für jede ZahlungZahlungen vor Ort 2025: Debitkarte 37 %, Bargeld 30 %, Bezahl-Apps 17 % (SNB-Umfrage)

Quellen: Porezna uprava zur Mehrwertsteuer, ESTV zu den MWST-Sätzen, SIX zur QR-Rechnung.

eRačun oder Fiskalbeleg?

Kurz: eRačun für Rechnungen zwischen kroatischen Unternehmen (B2B), Fiskalbeleg mit JIR und ZKI für Rechnungen an Privatpersonen (B2C).

Beides heisst auf Kroatisch "fiskalizacija", deshalb die Verwechslung. Die Porezna uprava trennt klar: Die eRačun-Pflichten gelten nur B2B zwischen kroatischen Parteien; für B2C bleiben die Belegregeln, oft Fiskalizacija 1.0 genannt.

Fiskalbeleg (B2C)eRačun (B2B)
EmpfängerPrivatperson (Mitglied, Kundin)Kroatisches Unternehmen (Studio, Firma, obrt)
FormBeleg mit JIR, ZKI und QR-Codestrukturierte elektronische Rechnung
Zahlungsartenalle, auch Überweisung, seit 1. Januar 2026alle B2B-Rechnungen
paušalistbereits PflichtEmpfang seit 2026, Ausstellung ab 1. Januar 2027
Mehrwertsteuerpflichtigebereits Pflichtausstellen, empfangen, fiskalisieren seit 1. Januar 2026
Werkzeugeigene FiskalsoftwareMIKROeRAČUN für Betriebe ohne Mehrwertsteuer

Die Belegseite beschreibt unser Beitrag zur Fiskalisierung in Kroatien für Trainer und Studios.

Welche Situationen eine eRačun auslösen

SituationRechnungsartab
Trainer mit paušalni obrt verrechnet einem Studio Kurse oder PT-StundeneRačun1. Januar 2027
Trainer mit paušalni obrt verrechnet einer Firma einen Team-WorkshopeRačun1. Januar 2027
Trainer verrechnet einer Privatperson ein 10er-AboFiskalbelegbereits Pflicht
Mehrwertsteuerpflichtiges Studio verrechnet einer Firma Abos für MitarbeitendeeRačunseit 1. Januar 2026
Studio verkauft einem Mitglied ein MonatsaboFiskalbelegbereits Pflicht
Trainer oder Studio kauft Geräte bei einem kroatischen Lieferantenerhält eRačun, fiskalisiert sie innert 5 Werktagenseit 1. Januar 2026

Die eRačun-Regeln gelten zwischen kroatischen Parteien. Eine Rechnung an Kundschaft oder eine Firma im Ausland, etwa in der Schweiz, fällt nicht darunter; andere Regeln zur Rechnungsstellung gelten aber weiter. Frag deine Buchhalterin.

Beispiel: eine Trainerin, drei Rechnungsarten im Januar 2027

Beispiel: Eine Trainerin aus St. Gallen hat sich in Split mit einem paušalni obrt selbständig gemacht. Sie coacht acht Privatkundinnen, gibt vier Kurse pro Woche in einem lokalen Studio und hält im Januar 2027 einen Mobility-Workshop für eine Firma. Die Privatkundinnen erhalten für ihre Monatszahlung je einen Fiskalbeleg, egal ob per Karte oder Überweisung. Das Studio erhält für die Kurse eine eRačun, ausgestellt mit MIKROeRAČUN oder einem anderen Tool, die Firma ebenso für den Workshop. Kauft sie bei einem mehrwertsteuerpflichtigen Händler Kettlebells auf Rechnung ihres obrt, kommt diese Rechnung als eRačun und muss innert 5 Werktagen fiskalisiert werden.

Praktisch braucht sie zwei Werkzeuge: eines für Fiskalbelege, eines für eRačun. Ob ein Dienst beides abdeckt, klärt sie mit ihrer Buchhalterin.

Die Werkzeuge: MIKROeRAČUN, FiskAplikacija und Vermittler

  • MIKROeRAČUN: Gratis-App der Steuerverwaltung für Betriebe ohne Mehrwertsteuer, für den Empfang seit 1. Januar 2026, für das Ausstellen ab 1. Januar 2027.
  • FiskAplikacija: Hier verwaltest du Berechtigungen und siehst den Status deiner eRačun.
  • AMS: Adressverzeichnis, das zeigt, wo ein Unternehmen seine eRačun empfängt.
  • AS4: Protokoll für den Austausch zwischen Systemen; relevant nur, wenn dein Softwareanbieter danach fragt.

Mit einem kommerziellen Informationsvermittler (informacijski posrednik) zählt die Aufgabenteilung zwischen dir und dem Dienst. Einen praktischen Überblick bietet der Leitfaden von Arios zu Fiskalizacija 2.0. Die rechtliche Verantwortung für die Rechnungen bleibt bei dir.

To-dos für Personal Trainer bis Ende 2026

  1. B2B-Kundschaft auflisten: Studios, Firmen, stundenweise Auftraggeber. Ist die Liste leer, betrifft dich die Ausstellungspflicht 2027 nicht, eRačun von Lieferanten empfängst du trotzdem.
  2. Empfang sicherstellen: Das gilt seit 1. Januar 2026, inklusive Fiskalisierung innert 5 Werktagen.
  3. Tool wählen: MIKROeRAČUN ist gratis; manche Buchhaltungsdienste bieten eigene Lösungen.
  4. Vor Januar testen: Wenn dein Tool es erlaubt, eine Testrechnung an einen wohlgesinnten Geschäftskunden schicken.
  5. B2C-Belege unverändert lassen: Privatkundschaft erhält weiter einen Fiskalbeleg mit JIR, ZKI und QR-Code.

Wer noch bei der Rechtsform ist: Der Beitrag paušalni obrt oder obrt na dohodak für Trainer erklärt die 60'000-Euro-Grenze und die Beiträge 2026.

Was Studios prüfen sollten

Für mehrwertsteuerpflichtige Studios gelten die Pflichten seit 2026. Neu ab 2027: Auch freie Trainer und kleine Lieferanten schicken eRačun.

  • Freie Trainer: Ihre Rechnungen kommen ab 2027 als eRačun; jede innert 5 Werktagen fiskalisieren, Ablehnungen bis zum 20. des Folgemonats melden.
  • Firmenabos: Rechnungen an Firmen für Abos der Mitarbeitenden sind B2B, also eRačun.
  • Zahlungen von Mitgliedern: Jede Zahlung einer Privatperson braucht einen fiskalisierten Beleg. Der Beleg des Kartenanbieters ist keine Fiskalrechnung; auch für Online-Kartenzahlungen muss deine Abrechnung eine Rechnung erstellen und fiskalisieren.
  • Studios ohne Mehrwertsteuer: Unter 60'000 Euro gilt derselbe Fahrplan wie für paušalisti: Empfang seit 2026, Ausstellung ab 2027.

Häufige Fehler

  • 2027 eine PDF-Rechnung an ein Studio schicken. Ein PDF ist keine strukturierte eRačun.
  • Erhaltene eRačun nicht innert 5 Werktagen fiskalisieren.
  • Glauben, eine Überweisung einer Privatperson brauche keinen Fiskalbeleg. Seit 2026 braucht sie einen.
  • Das Tool erst bei der ersten Januarrechnung einrichten.

Was Trainera übernimmt und was nicht

Trainera verwaltet Abos, Kurse, Check-ins und Coaching, stellt aber weder Fiskalbelege noch eRačun aus.

  • Abo-Pakete mit deinem eigenen Preis und deiner Währung (in Kroatien Euro, in der Schweiz Franken), online per Karte verkauft über dein eigenes Stripe-Konto, 0 % Trainera-Plattformgebühr. Jeder Online-Kauf ist eine einmalige Kartenzahlung pro Paket.
  • Zahlungen an der Réception (bar, Überweisung) werden in Trainera erfasst.
  • Digitaler Mitgliederausweis mit QR-Check-in, Leads-CRM, Kursplaner, Studio-Website und Mitglieder-App.

Trainera ist keine zertifizierte Fiskalkasse und kein eRačun-Vermittler in Kroatien. Du behältst deine Fiskallösung und dein eRačun-Tool und erfasst die Zahlungen zusätzlich in Trainera.

Studio-PlanPreis pro Monat (Schweiz)
CoreCHF 129
White LabelCHF 239
StudioCHF 279
Zusätzlicher Trainer (nach 3 inklusive)CHF 16

Preise auf trainera.fit/pricing für die Schweiz, Stand Oktober 2026; für Studios in Kroatien zeigt die Seite die kroatischen Europreise. Gym-Pläne haben eine 7-tägige Testphase. Mehr zum kroatischen Markt im Beitrag zu Studio-Software in Kroatien.

Deine eRačun-Checkliste

Als Trainer mit paušalni obrt: MIKROeRAČUN oder ein anderes Tool einrichten, Geschäftskunden auflisten und ab 1. Januar 2027 eRačun ausstellen. Als Studio: eRačun von freien Trainern erwarten, erhaltene Rechnungen innert 5 Werktagen fiskalisieren und für jede Mitgliederzahlung einen Fiskalbeleg aufbewahren. Preise im Markt zeigt der Beitrag zu Abo-Preisen in kroatischen Fitnessstudios.

Du führst ein Studio in Kroatien oder in der Schweiz? So funktioniert Trainera für Fitnesscenter.

Häufig gestellte Fragen

Müssen paušalisti ab 2027 eRačun ausstellen?

Ja. Ab 1. Januar 2027 stellen auch kroatische Unternehmen ohne Mehrwertsteuer, darunter paušalisti, eRačun für Rechnungen an andere kroatische Unternehmen aus. Empfangen müssen sie eRačun bereits seit 1. Januar 2026.

Was ist MIKROeRAČUN?

Eine Gratis-App der kroatischen Steuerverwaltung für Unternehmen ohne Mehrwertsteuer. Sie dient seit 2026 dem Empfang von eRačun und ab 1. Januar 2027 auch dem Ausstellen.

Brauche ich als Trainer in der Schweiz eRačun für eine kroatische Firma?

Laut Porezna uprava gelten die eRačun-Pflichten für Rechnungen zwischen kroatischen Parteien; Rechnungen ins Ausland fallen nicht darunter. Andere Regeln zur Rechnungsstellung gelten weiter. Für die Schweizer Seite (MWST ab CHF 100'000 Umsatz, Normalsatz 8,1 %) fragst du deinen Treuhänder oder die ESTV, für Kroatien eine Buchhalterin vor Ort.

Braucht ein Personal Trainer eRačun für Privatkunden?

Nein. Rechnungen an Privatpersonen sind B2C und brauchen einen Fiskalbeleg mit JIR, ZKI und QR-Code, egal welche Zahlungsart. eRačun betrifft nur Rechnungen an kroatische Unternehmen.

Stellt Trainera eRačun oder Fiskalbelege aus?

Nein. Trainera verkauft Studio-Pakete per Karte über das eigene Stripe-Konto des Studios und erfasst Zahlungen an der Réception, ist aber weder Fiskalkasse noch eRačun-Vermittler. Studios und Trainer behalten ihre eigene Fiskallösung.

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