Online-Kurse verkaufen als Personal Trainer in der Schweiz
So machst du als Trainer in der Schweiz aus einem Ergebnis, das du schon lieferst, einen kurzen Online-Kurs: Preise der vier grossen Kursplattformen vom Oktober 2026, eine Gebührenrechnung bei 1'000 $ Umsatz, die MWST-Grenze von CHF 100'000 und fertige Startnachrichten.

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Online-Kurse als Personal Trainer in der Schweiz verkaufen: die kurze Antwort
Such dir ein klar umrissenes Ergebnis, das deine Kunden bei dir heute schon erreichen, pack es in sechs bis zehn kurze Videolektionen und verkauf es dort, wo deine Käufer sind: auf einer Kursplattform wie Kajabi, Teachable, Thinkific oder Podia, wenn du Fremde in grosser Zahl erreichen willst, oder in deiner Coaching-App, wenn der Kurs zu deinem Coaching hinführt. Die Einstiegspläne der vier Plattformen kosten bei monatlicher Zahlung 39 $ bis 179 $, abgerechnet in US-Dollar und ohne Zahlungsgebühren (Stand Oktober 2026).
Für Trainer in der Schweiz ist der Kurs vor allem eine günstigere Stufe unter dem Einzeltraining. Eine Stunde Personal Training kostet in Zürich laut kenbuser.ch (2026) CHF 150-300, in Bern CHF 120-220. Ein Kurs für einen Bruchteil davon holt Leute ab, denen das noch zu teuer ist. Welche Software du nimmst, ist dabei zweitrangig. Entscheidend sind Thema, Versprechen und die ersten zehn Käufer.
Welches Thema eignet sich für einen Fitnesskurs?
Gut sind Themen mit einem klaren Endpunkt, bei denen der Käufer ans Ziel kommt, ohne dass du jede Wiederholung anschaust.
Im Coaching passt du Woche für Woche an. Ein Kurs liefert allen dieselben Lektionen in derselben Reihenfolge. Deshalb taugen vor allem Fragen, die du ohnehin fast allen Kunden gleich beantwortest. Ein Kurs, der ein Stück deines Coachings zeigt, verkauft sich besser als einer, der das Coaching ersetzen soll.
| Thema | Taugt als Kurs? | Begründung oder Alternative |
|---|---|---|
| Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben für Einsteiger | Ja | Die gleichen Cues greifen bei fast allen Anfängern; pro Übung ein Video und eine Checkliste genügen |
| Portionen und Makros für berufstätige Eltern | Ja | Feste Regeln, ein kurzes Quiz zeigt, ob sie sitzen |
| Die ersten 8 Wochen im Fitnesscenter | Ja | Festes Programm mit Notizen, danach ist Coaching der logische nächste Schritt |
| Mobility-Routine fürs Büro | Ja | Kurze Einheiten, die man gut am Bildschirm nachmacht |
| Wettkampfvorbereitung | Nur die Basis | Peak Week und wöchentliche Anpassungen sind individuell und bleiben Coaching |
| Fettabbau mit Vorerkrankung | Nein | Braucht eine persönliche Abklärung, oft mit medizinischer Fachperson; bleib im 1:1 und in deinem Kompetenzbereich |
| "Nie wieder Rückenschmerzen" | Nein | Schmerzen behandeln gehört nicht zum Auftrag eines Trainers; verweise weiter |
Kursplattform oder Coaching-App?
Die Frage lautet: Wer kauft? Viele Unbekannte sprechen für eine Kursplattform. Bestehende und künftige Coaching-Kunden sind in der App besser aufgehoben, in der sie schon trainieren.
Kursplattformen sind fürs Verkaufen gebaut, mit Checkout-Seiten und E-Mail-Listen. Eine Coaching-App mit Kursfunktion ist fürs Liefern gebaut: Der Kurs liegt neben Trainingsplan, Check-ins und Chat. Die Einstiegspläne laut Preisseiten der Anbieter, Stand Oktober 2026: Kajabi-Preise, Teachable-Preise, Thinkific-Preise und Podia-Preise. Alle vier rechnen in US-Dollar ab; wir rechnen die Beträge bewusst nicht in Franken um.
| Plattform und Einstiegsplan | Monatlich | Jährlich, pro Monat | Transaktionsgebühr der Plattform | Wichtige Limits | Test oder Garantie |
|---|---|---|---|---|---|
| Kajabi Basic | 179 $ | 143 $ | Kajabi Payments 2,9 % + 0,30 $; 2 % zusätzlich mit externem Zahlungsanbieter | 5 Produkte, 2'500 Kontakte; Coaching zählt als Produkt | 30 Tage Geld-zurück-Garantie |
| Teachable Starter | 39 $ | 29 $ | 7,5 % (0 % ab Builder für 89 $) | 5 Produkte; Community erst ab Builder | 7 Tage gratis testen, 30 Tage Geld-zurück-Garantie |
| Thinkific Basic | 54 $ | 40 $ | Thinkific Payments "at 2.9%"; externe Zahlungsanbieter je nach Plan mit Zusatzgebühr | Unbegrenzt Kurse, 5 Coaching- oder Webinar-Produkte, keine Ratenzahlung | 30 Tage gratis testen |
| Podia Mover | 49 $ | 42 $ | 5 % (0 % ab Shaker für 99 $), plus 2,9 % + 0,30 $ bei Stripe oder PayPal | 50 Produkte, 100 E-Mail-Abonnenten inklusive | 14 Tage Test |
Für Trainer interessant: Thinkific Start (109 $ pro Monat, 82 $ bei Jahreszahlung) bringt unbegrenzte Zoom-Sessions, buchbare Kalender und eine Anwesenheitsliste mit, also Kurs und Live-Calls in einem. Sind Live-Calls der grössere Teil deines Angebots, lies zuerst unseren Beitrag zu Live-Gruppensessions für Online-Kunden.
Was ein Kursmonat wirklich kostet
Bei wenigen Verkäufen frisst die Monatsgebühr den grössten Teil, bei mehr Umsatz die Prozente.
Beispiel mit unseren eigenen Annahmen: 10 Verkäufe eines Kurses zu 100 $ in einem Monat, alles mit US-Karten bezahlt, ohne Steuern und Rückerstattungen. 2,9 % + 0,30 $ Kartengebühr ergeben bei 10 Verkäufen 32 $. Für Karten ausserhalb der USA können andere Sätze gelten, prüf das auf der Preisseite.
| Plan | Monatsgebühr | Plattformgebühr auf 1'000 $ | Kartengebühr | Total grob |
|---|---|---|---|---|
| Teachable Starter | 39 $ | 75 $ (7,5 %) | 32 $ (Teachable Payments, US-Karten) | rund 146 $ |
| Teachable Builder | 89 $ | 0 $ | 32 $ | rund 121 $ |
| Podia Mover | 49 $ | 50 $ (5 %) | 32 $ | rund 131 $ |
| Podia Shaker | 99 $ | 0 $ | 32 $ | rund 131 $ |
| Thinkific Basic | 54 $ | keine angegeben | 29 $ (2,9 %; der Fixbetrag pro Verkauf ist hier nicht ausgewiesen) | rund 83 $ oder leicht mehr |
| Kajabi Basic | 179 $ | 0 $ mit Kajabi Payments | 32 $ | rund 211 $ |
Daraus folgen zwei Schwellen. Teachable Starter wird teurer als Builder, sobald du mehr als etwa 667 $ im Monat umsetzt, denn 7,5 % davon sind genau die 50 $ Differenz zwischen den Plänen. Podia Mover und Shaker kosten bei 1'000 $ gleich viel, darüber gewinnt Shaker. Kauf vor dem ersten Verkauf nicht den grössten Plan, rechne aber neu, sobald die Verkäufe regelmässig kommen.
Kursverkauf in der Schweiz: MWST und Zahlungsgewohnheiten
Zwei Punkte unterscheiden den Kursverkauf aus der Schweiz von den US-Beispielen oben: die Mehrwertsteuer (MWST) und die Art, wie Schweizer online bezahlen.
MWST. Steuerpflichtig wirst du erst ab CHF 100'000 weltweitem Umsatz aus steuerbaren Leistungen pro Jahr (ESTV, Grundsätze der Mehrwertsteuer). Kursumsatz und Einnahmen aus Personal Training zählen dabei zusammen. Bist du pflichtig, gilt seit 2024 der Normalsatz von 8,1 % (ESTV, MWST-Steuersätze). Laut ESTV-Praxis sind Kurse, die vorwiegend Fitness oder Krafttraining dienen, zum Normalsatz steuerbar; ausgenommen ist nur das Erlernen einer Sportart als solche, etwa ein Tennis- oder Karatekurs. Ob dein Videokurs darunter fällt, klärst du mit der ESTV oder deinem Treuhänder. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung, Stand Oktober 2026.
Zahlungsarten. Bei Online-Käufen, App-Zahlungen und Rechnungen nutzen Schweizerinnen und Schweizer laut SNB-Zahlungsmittelumfrage 2025 am häufigsten Bezahl-Apps, danach Kreditkarte, Online Banking und Debitkarte.
| Zahlungsmittel im Distanzgeschäft (Schweiz, 2025) | Anteil |
|---|---|
| Bezahl-Apps | 32 % |
| Kreditkarte | 19 % |
| Online Banking | 17 % |
| Debitkarte | 16 % |
| Bargeld | 3 % |
Prüf deshalb vor dem Start, welche Zahlungsarten der Checkout deiner Plattform anbietet. Eine Karte allein deckt nicht alle Gewohnheiten ab.
Wo Trainera passt
Trainera ist Coaching-Software mit Kursfunktion. Sie lohnt sich, wenn deine Kurse für Leute gedacht sind, die du coachst oder coachen willst, nicht wenn der Kurs dein ganzes Geschäft ist.
Kurse (Education) gibt es ab dem Trainer-Plan Business und in Enterprise, nicht in Free, Starter oder Pro. Business kostet in der Schweiz CHF 99 pro Monat auf trainera.fit/pricing für die Schweiz, ein fester Preis für bis zu 75 Kunden statt einer Gebühr pro Kunde; jährlich zahlst du das Zehnfache des Monatspreises. Der Kurs sitzt in derselben App wie Trainings- und Ernährungspläne, Check-ins, Gewohnheiten, Chat und Community. Wer "Die ersten 8 Wochen" abschliesst, ist also schon dort, wo du coachst.
Laufen Zahlungen über Stripe oder PayPal von Trainera, beträgt die Plattformgebühr bei Business 3 %; Barzahlung und Überweisung kosten 0 %. Willst du hingegen Tausende Fremde über Checkout-Seiten und E-Mail-Listen erreichen, sind Kajabi, Teachable, Thinkific oder Podia dafür gebaut und die bessere Wahl. Für Fitnesscenter gibt es eigene Gym-Pläne ab CHF 129 pro Monat; mehr dazu bei Trainera für Fitnessstudios.
Dein erster Kurs in zwei Wochen
Zuerst das Versprechen, dann die Lektionen, dann ein Test mit echten Kunden. Der Preis kommt zuletzt.
- Ein Satz als Versprechen. Etwa: "In 4 Wochen lernst du Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben sauber und traust dir die Übungen ohne Coach daneben zu."
- Lektionen auflisten. Pro Lektion eine Fähigkeit, so kurz, dass sie in eine Satzpause passt. Sechs bis zehn Stück reichen.
- Mit dem Handy drehen. Gutes Licht, Kamera aufs wichtigste Gelenk, ein Haupt-Cue pro Video.
- Pro Modul eine Checkliste oder ein Quiz. So erkennst du, wo Leute hängen bleiben.
- Wöchentlich freischalten, wenn deine Plattform das kann. Dann schaut niemand am ersten Tag alles durch und hört am dritten auf.
- Mit drei bis fünf aktuellen Kunden testen. Gratis gegen ehrliches Feedback, danach Unklares nachbessern.
- Den Anschluss festlegen: Coaching, eine Gruppe oder der nächste Kurs.
Beispiel: Eine Trainerin in Winterthur filmt an zwei Abenden acht Lektionen zu den Langhantel-Grundlagen, testet sie mit vier Kundinnen und bietet den Kurs danach allen an, die nach einem Erstgespräch kein Coaching gebucht haben. Wie ein Kurs neben deinen übrigen Angeboten steht, zeigt unser Beitrag dazu, ein Online-Coaching-Angebot zu erstellen.
Preis festlegen und den Kurs ankündigen
Der Kurs sollte deutlich weniger kosten als ein Monat Coaching. Verkauf ihn zuerst an Leute, die dir schon vertrauen, und sag präzis, welches Ergebnis und welches Format sie bekommen.
Dein Coaching-Preis ist der Anker. Kostet der Kurs gleich viel wie ein Monat Coaching, konkurriert er mit deinem besten Angebot. Liegt er klar darunter, wird er zum Einstieg für alle, die noch zögern. Kassier so, wie du es heute schon tust; ohne Website hilft dir unser Beitrag zu wiederkehrenden Zahlungen ohne Website mit Zahlungslinks und Abos in der App.
| Empfänger | Nachricht |
|---|---|
| Aktuelle Kunden | "Den Aufbau von Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben, den wir zusammen geübt haben, gibt es jetzt als 4-Wochen-Videokurs. Für dich ist er gratis. Kennst du jemanden, der gerade anfängt?" |
| Ehemalige Kunden | "Wir haben letztes Jahr zusammen trainiert. Die ersten 8 Wochen von damals gibt es jetzt als Kurs zum Selbstlernen, ein Modul pro Woche mit kurzem Quiz. Soll ich dir den Link schicken?" |
| Interessenten, denen Coaching zu teuer war | "Coaching liegt gerade nicht drin, das verstehe ich. Hier ein kleinerer Schritt: das Startprogramm meiner Kunden als Kurs. Wenn du später einen Technik-Check willst, melde dich." |
| Follower | "Neu: Langhantel-Grundlagen in 4 Wochen. Acht kurze Lektionen, eine Checkliste pro Übung, ein Modul pro Woche. Schreib HANTEL in die Kommentare, dann schicke ich dir die Details." |
Zur Einordnung des Preises dienen die Stundensätze vor Ort. Die Tabelle zeigt veröffentlichte Spannen; Online-Coaching ist laut derselben Quelle 20 bis 40 % günstiger.
| Region | Personal Training, CHF pro 60 Min. | 10er-Paket |
|---|---|---|
| Zürich | 150-300 | 1'300-2'500 |
| Basel | 130-250 | 1'100-2'000 |
| Bern | 120-220 | 1'000-1'800 |
| Luzern / Winterthur | 110-200 | 950-1'700 |
| St. Gallen | 100-180 | 850-1'500 |
Quelle: kenbuser.ch, März 2026, ein PT-Anbieter aus St. Gallen.
Woran erste Kurse scheitern
Meist an Versprechen und Zielgruppe, selten an der Software.
- Alles produzieren, bevor jemand fragt. Zuerst testen oder vorverkaufen; ein Monat Dreharbeit ohne Käufer ist der teuerste Fehler.
- Versprechen ohne Beleg. Die US-Behörde FTC verlangt, dass Werbeaussagen wahr, nicht irreführend und belegt sind (FTC zu Werbung und Marketing). "Lerne sauberes Kreuzheben" hast du in der Hand, eine garantierte Zahl verlorener Kilos nicht.
- Prozentgebühren übersehen. Bei Einstiegsplänen mit Transaktionsgebühr übersteigt sie bei wachsendem Umsatz schnell die Monatsgebühr.
- Ausserhalb des eigenen Bereichs unterrichten. Reha, Schmerzen und Ernährungstherapie gehören zu Fachpersonen.
- Kein Anschlussangebot. Ohne nächsten Schritt weiss der Käufer nach der letzten Lektion nicht weiter.
Sollen deine Kursteilnehmer auch nach der letzten Lektion im Austausch bleiben, lies, wie du eine Online-Community für Coaching-Kunden aufbaust.
Checkliste vor dem Start
- Ein Thema, das du fast allen Kunden gleich erklärst.
- Ein belegbares Versprechen in einem Satz.
- Sechs bis zehn kurze Lektionen, Checkliste oder Quiz pro Modul, Freischaltung pro Woche.
- Ein Test mit einigen aktuellen Kunden, bevor der Preis steht.
- Eine Plattform, gewählt nach dem Käufer, und die Gebührenrechnung für deinen echten Umsatz.
- Ein Blick auf die MWST-Grenze von CHF 100'000, wenn Kurs und Coaching zusammen wachsen.
- Ein klares Folgeangebot am Kursende.
Kurse in derselben App wie Trainingspläne und Check-ins? So funktioniert Trainera für Personal Trainer.
Häufig gestellte Fragen
Darf ich als Personal Trainer in der Schweiz Online-Kurse verkaufen?
Was kostet es, einen Fitnesskurs online zu verkaufen?
Kajabi oder Teachable: was passt besser zu Personal Trainern?
Muss ich auf einem Online-Fitnesskurs MWST abrechnen?
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