Trainingszugriff für Kunden: frei oder nur nach Plan?

Soll ein Kunde jede Einheit seines Plans frei starten können oder nur die, die heute geplant ist? Was die beiden Modi in Trainera tun, zu welchen Kunden sie passen und wie du sie erklärst, mit Beispielen aus dem Coaching-Alltag in der Schweiz.

Trainera Team
October 12, 2026
7 Min. Lesezeit
Trainingszugriff für Kunden: frei oder nur nach Plan?
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Alle Einheiten sichtbar oder nur die von heute?

Die Antwort hängt davon ab, wie du mit der Person arbeitest. Trainiert sie allein und verschiebt sich ihre Woche ständig, gib ihr jede Einheit des Plans frei. Trainiert ihr einen Teil gemeinsam, oder ist die Reihenfolge Teil des Programms, beschränk sie auf die Einheit, die heute im Kalender steht.

Für Personal Trainer in der Schweiz ist die Frage nicht abstrakt. Laut Eckdatenstudie 2026 von swiss active trainieren Mitglieder in Schweizer Fitnesscentern im Schnitt 1,4-mal pro Woche, und 68,6 % der Center bieten Personal Training an. Ein Plan mit drei festen Einheiten pro Woche kann also mehr vorsehen, als im Alltag tatsächlich passiert. Die passende Zugriffseinstellung hilft, das aufzufangen.

In Trainera heisst diese Einstellung Trainingszugriff. Sie gilt pro Kunde und kennt zwei Modi: Alle Trainingseinheiten entsperrt und Nur geplante. Unten steht, was beide tun, für wen sie passen und welche zwei Einstellungen gleich daneben liegen.

Was die zwei Modi bewirken

Den Schalter findest du im Kundenprofil, im Web wie in der mobilen Trainer-App. Laut Hilfetext steuert er, wie der Kunde zu seinen Einheiten kommt: entweder alle jederzeit oder nur an den Tagen, die du planst. Voraussetzung ist ein zugewiesener Trainingsplan.

Alle Trainingseinheiten entsperrt

Jede Einheit des zugewiesenen Plans lässt sich jederzeit und in beliebiger Reihenfolge starten. Gesperrt bleiben nur abgeschlossene Einheiten und Ruhetage. Passt Tag 3 besser zum Dienstag als Tag 2, nimmt der Kunde eben Tag 3.

Nur geplante

Eine Einheit startet nur an dem Datum, an dem du sie geplant hast, in der Praxis also die Einheit von heute. Die Einheit von morgen lässt sich nicht vorziehen, und eine verpasste nicht beliebig später nachholen.

FrageAlle Trainingseinheiten entsperrtNur geplante
Welche Einheiten sind startbar?Jede Einheit des zugewiesenen PlansNur die für heute geplante
Reihenfolge frei wählbar?JaNein, der Kalender bestimmt
Abgeschlossene Einheiten und RuhetageNicht startbarStartbar ist nur die geplante Einheit von heute
Zugewiesener Plan nötig?JaJa
Wer stellt es ein?Du, pro KundeDu, pro Kunde

Welcher Modus zu welcher Person passt

Keiner der beiden Modi ist grundsätzlich besser, und dieselbe Person braucht in verschiedenen Phasen oft einen anderen. Behandle die Wahl als etwas, das du regelmässig überprüfst. Vorschläge für typische Situationen:

SituationVorschlagGrund
Trainiert mit dir an festen Tagen im StudioNur geplanteDie gemeinsame Einheit wird nicht am Vorabend allein erledigt.
Hybrid: ein Termin mit dir, der Rest alleinOft Alle entsperrtDie Solo-Tage wandern durch die Woche, du siehst trotzdem, was protokolliert wurde.
Pendelt viel, arbeitet Schicht oder hat PikettAlle entsperrtFeste Kalendertage enden hier vor allem in verpassten Einheiten.
Steckt in einem strukturierten Block (Kraftaufbau, Reha)Nur geplanteReihenfolge und Abstände gehören zum Programm.
Prescht vor und macht zwei, drei Einheiten an einem TagNur geplanteDie Möglichkeit fällt weg, statt jede Woche im Chat diskutiert zu werden.
Erfahren und selbständigAlle entsperrtPlant die Woche selbst und ärgert sich über unnötige Sperren.
Einsteiger, der auslässt und dann den Faden verliertKommt darauf anManche brauchen eine klare Einheit pro Tag, andere Luft zum Aufholen. Teste einen Modus ein paar Wochen und sprich beim Check-in darüber.

Die meisten Fragen dazu kommen von Trainern, die vor Ort arbeiten. Passend dazu: der Beitrag über die App für Personal Trainer mit Präsenztraining. Wer Termine im Studio mit Online-Programmierung kombiniert, findet mehr im Beitrag zum hybriden Personal Training.

Ein Hinweis für hybride Trainer in der Schweiz: Wer gleichzeitig für ein Center und für eigene Kunden arbeitet, kann bei der AHV für jede Tätigkeit anders eingestuft werden. Die Ausgleichskasse beurteilt das im Einzelfall nach den wirtschaftlichen Verhältnissen (Merkblatt 2.02, ahv-iv.ch). Keine Rechtsberatung, Stand Oktober 2026.

So stellst du den Trainingszugriff um

  1. Weise dem Kunden einen Trainingsplan zu. Ohne Plan gibt es nichts zu steuern.
  2. Öffne sein Profil im Web oder in der mobilen Trainer-App.
  3. Wähle unter Trainingszugriff Alle Trainingseinheiten entsperrt oder Nur geplante.
  4. Schreib dem Kunden im Chat, was sich ändert und warum. Das erspart dir die Nachfrage, wieso die Donnerstagseinheit nicht aufgeht.

Mit Nur geplante wird der Kalender zur Regel. Prüf also, ob die Termine zur echten Woche passen. Beispiel: Eine Kundin in Winterthur pendelt unter der Woche nach Zürich und trainiert nur am Samstag und Sonntag. Ein Plan für Montag, Mittwoch und Freitag hilft ihr nicht. Grundlagen zum Planbau findest du im Beitrag Trainingspläne für Kunden online erstellen und liefern.

So erklärst du den Modus

Die Einstellung ist in Sekunden geändert. Wirkung entfaltet sie durch das Gespräch dazu. Ein paar Formulierungen:

  • Nur geplante, gemeinsames Training: "Die Donnerstagseinheit öffnet am Donnerstag, weil wir sie zusammen machen."
  • Nur geplante, strukturierter Block: "In den nächsten Wochen zählt die Reihenfolge. Passt ein Tag gar nicht, schreib mir, dann verschieben wir ihn."
  • Alle entsperrt: "Mach die Einheiten so, wie es in deine Woche passt. Zwischen den zwei schweren Tagen liegt ein Ruhetag."

Der letzte Satz zählt. Freie Wahl heisst nicht, dass der Kunde keine Faustregel für Abstände braucht. Fragt jemand mit Nur geplante ständig nach neuen Terminen, stimmt entweder der Kalender oder der Modus nicht.

Selbst erstellte Ernährung: der Schalter daneben

Gleich neben dem Trainingszugriff liegt Selbst erstellte Ernährung:

  • An: Der Kunde erstellt eigene Ernährungspläne und nutzt die Standardpläne der App.
  • Aus: Die Ernährung liegt beim Trainer. Für einen Plan wendet sich der Kunde an dich.

Die beiden Schalter sind voneinander unabhängig. Nur geplante mit Ernährung aus passt, wenn du das ganze Programm steuerst. Alle entsperrt mit Ernährung an passt zu selbständigen Kunden, die Struktur im Training und Spielraum beim Essen wollen.

Sitzungsformat: eine Beschreibung, keine Sperre

Beim Erstellen eines Plans wählst du ein Sitzungsformat: Persönlich, Online, Hybrid (Mix aus Präsenz und online) oder Selbstgeführt (eigenständige Trainingspläne). Das Format beschriftet den Plan, sperrt aber für sich nichts.

Ein Plan mit dem Format Persönlich hält den Kunden also nicht davon ab, Einheiten an beliebigen Tagen zu starten. Dafür ist der Trainingszugriff da. Häufige Kombinationen:

  • Persönlich mit Nur geplante, wenn ihr an festen Tagen gemeinsam trainiert.
  • Hybrid mit Alle entsperrt, wenn die Solo-Einheiten frei zwischen den Terminen liegen.
  • Online oder Selbstgeführt mit dem Modus, der zu Disziplin und Alltag der Person passt.

Wer im Keller, im Ferienhaus in den Bergen oder auf Reisen trainiert, braucht den Plan womöglich ohne Netz. Das ist ein eigenes Thema: Können Kunden in einer Coaching-App offline trainieren?

Typische Fehler

  • Alle Kunden standardmässig sperren. Bei unberechenbaren Wochen bringt das eher verpasste Einheiten als Disziplin.
  • Alles freigeben für Kunden, die vorpreschen. Ist der Wochenplan am Mittwoch durch, hat er seinen Zweck verloren.
  • Den Kalender vergessen. Bei Nur geplante bestimmen die Termine, was trainiert werden kann.
  • Das Sitzungsformat für eine Einstellung halten. Es beschriftet den Plan, mehr nicht.

Am stärksten wirken diese Einstellungen in den ersten Wochen. Lies dazu, was im ersten Monat Online-Coaching passiert.

Ein einfaches Setup für den nächsten Neukunden

Stell dir vor der ersten Einheit drei Fragen: Trainieren wir an festen Tagen zusammen? Zählt in diesem Block die Reihenfolge? Wie planbar ist die Woche dieser Person? Zweimal Ja spricht für Nur geplante, sonst startest du mit Alle Trainingseinheiten entsperrt. Danach entscheidest du über die selbst erstellte Ernährung, gibst dem Plan das passende Sitzungsformat und erklärst dem Kunden den Ablauf. Beim ersten Check-in prüfst du die Wahl.

Trainera kostet auf trainera.fit/pricing für die Schweiz ab CHF 19.90 pro Monat (Starter, 10 Kunden); mit dem Gratis-Tarif probierst du die Einstellungen mit bis zu 3 Kunden aus.

Trainingszugriff pro Kunde steuern? So funktioniert Trainera für Personal Trainer.

Häufig gestellte Fragen

Wie verhindere ich, dass Kunden Einheiten vorziehen?

Stell im Kundenprofil den Trainingszugriff auf Nur geplante. Dann startet der Kunde eine Einheit nur an dem Datum, an dem du sie eingeplant hast.

Was heisst Alle Trainingseinheiten entsperrt?

Der Kunde kann jede Einheit seines zugewiesenen Plans jederzeit und in beliebiger Reihenfolge starten. Ausgenommen sind abgeschlossene Einheiten und Ruhetage.

Warum lässt sich der Trainingszugriff nicht ändern?

Die Einstellung braucht einen zugewiesenen Trainingsplan. Weise dem Kunden zuerst einen Plan zu und wähle dann den Modus im Profil.

Welcher Modus passt für Kunden, die im Fitnesscenter in der Schweiz trainieren?

Das hängt vom Ablauf ab. Trainierst du mit dem Kunden an festen Tagen im Center, passt Nur geplante. Trainiert er die meisten Einheiten allein, wann es seine Woche zulässt, passt Alle entsperrt. Schweizer Mitglieder trainieren im Schnitt 1,4-mal pro Woche (swiss active, 2025); plan den Kalender also realistisch.

Sperrt das Sitzungsformat Persönlich die Einheiten?

Nein. Das Sitzungsformat beschreibt den Plan. Was der Kunde starten kann, steuert allein der Trainingszugriff, den du pro Kunde im Web oder in der mobilen Trainer-App festlegst.

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